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Das andere Kind: Roman
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| Rezension: | |  |  | | In dem nordenglischen Küstenstädtchen Scarborough wird eine junge Studentin scheinbar sinnlos erschlagen. Der Fall kann nicht aufgeklärt werden, und wie das so ist: Im Lauf der Tage und Wochen gerät er in Vergessenheit. Doch dann geschieht ein weiterer Mord: Nach einer Verlobungsfeier auf einer einsam gelegenen Farm, bei der es zu einem Streit gekommen war, bricht die achtzigjährige Fiona überhastet auf und wird auf dem Heimweg getötet ? auf die gleiche Weise wie drei Monate zuvor die Studentin. Es muss einen Zusammenhang geben ? aber welchen? Nach und nach wird das Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren sichtbar, und es scheint klar, dass der Täter oder die Täterin im Kreis derjenigen zu suchen ist, die auf der Feier anwesend waren: Gwen, die nach Jahren verkümmerten Mauerblümchendaseins doch noch einen Mann fürs Leben gefunden hat; ihr mürrischer Vater Chad, mit dem sie allein auf der Farm wohnt; ihr undurchschaubarer Verlobter Dave, der so gar nicht zu Gwen passt; die frisch geschiedene Ärztin Leslie, Fionas Enkeltochter und Gwens Jugendfreundin, die extra anlässlich der Verlobung aus London anreist ist; und das Ehepaar Jennifer und Colin, das aus undurchschaubaren Gründen seit Jahren seine Ferien auf der Farm verbringt. Als eine von Fiona verfasste ?Lebensbeichte? auftaucht, die in die Wirren der Kriegsjahre und der Landverschickung von Kindern 1943?45 zurückreicht, drängt sich der Verdacht auf, dass die alte Frau wegen eines vor Jahrzehnten begangenen Unrechts sterben musste? Der Roman hat ganz fraglos Schwächen: Erstens tut der fehlende Fokus auf einen echten Protagonisten dem Buch nicht gut. So wirklich hineinversetzen kann und mag man sich in keine der Personen, alle Charaktere bleiben blass und wirken wenig sympathisch ? insbesondere die ermittelnde Polizistin, von der Autorin offenbar als Identifikationsfigur gedacht, ist denkbar blutleer. Zweitens ist die Auflösung relativ unbefriedigend und unglaubwürdig. Und drittens weist die Konstruktion erhebliche Mängel auf: Die vielen Stellen etwa, an denen sich eine der Personen aus hanebüchenen Gründen entscheidet, nun doch nicht zur Polizei zu gehen, sind grotesk. Und die Art und Weise, wie Fionas ?Beichte? über das ganze Buch gestreckt wird, ist völlig unmotiviert (während Gwen, Jennifer und Colin diese Aufzeichnungen, die den Schlüssel zum ganzen Geschehen bilden, hintereinander an einem Tag verschlingen, was ja auch nachvollziehbar ist, braucht Leslie, mit der der Leser ?mitliest?, vier Tage dafür, und die Unterbrechungen werden mit Sätzen wie ?Sie hatte keine Lust mehr weiterzulesen? erklärt ? das ist an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten). Dass bei so viel Kritik das Fazit dennoch positiv ausfällt, ist dem Können Charlotte Links zu verdanken. Die Autorin versteht es blendend, in einfacher Sprache subtile Spannung aufzubauen, falsche Fährten zu legen und dem Leser einen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele zu verschaffen. So ist das Buch einerseits ein ganz klassischer ?Whodunit? in der englischen Erzähltradition, andererseits eine beeindruckende Studie dessen, wozu der Mensch fähig ist, wohin Eigennutz, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit führen können und was jahrzehntelang verdrängte Schuld auslösen kann. -- Christoph Nettersheim |  |
| Kundenmeinungen: | |
 | | Viele fehlende Doppelpunkte | |
|  | Das soll nun die bedeutendste deutsche Gegenwartsautorin sein? Zunächst fand ich es recht spannend, mal in etwas ganz anderes einzutauchen, einen Krimi, da ich eigentlich gar keine Krimileserin bin. Und ich musste feststellen, Charlotte Link scheint auch keine Krimiautorin zu sein. Die Story war schon ziemlich langweilig und wurde gen Ende einfach nur immer verworrener und absurder. Sicherlich war sie in sich stimmig, dazu ist Link zu sehr Profi, aber es schien doch alles ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Leider ist auch der Schreibstil ziemlich uninspiriert, einfach strukturiert und ohne jede Raffinesse. Kurze, langweilige, fast nichtssagende Dialoge wechselten sich mit langen, ereignislosen, beschreibenden Passagen ab. Es fehlten eigentlich nur die Doppelpunkte vor den vermeintlichen Aufzählungen. Ich fühlte mich schriftstellerisch ein wenig veralbert. Da ich diesen schriftstellerischen Ausfall nicht einfach so hinnehmen wollte, recherchierte ich ein wenig, um festzustellen, dass nach dem 2009 erschienen "Das andere Kind" bereits 4 (!) weitere Romane von Link erschienen sind. Was soll ich davon halten? Quantität statt Qualität? Hat sie der Lektor verlassen? Oder die Lust am detaillierten Schreiben? Weil ich immer noch ungläubig war ob der Qualität, des guten Rufes der Autorin, begann ich, das vor 11 Jahren erschienene "Das Haus der Schwestern" zu lesen und davon bin ich wirklich begeistert. Es ist wunderbar geschrieben, detailverliebt, glaubwürdig, emotional. Aber dazu ein anderes Mal. Jedenfalls bin ich erleichtert, dass ich nicht an dem allgemeinen Urteil, Charlotte Link sei die bedeutendste deutsche Gegenwartsautorin zweifeln muss, dass nur "Das andere Kind" keiner ihrer Paraderomane und auch nicht unbedingt als Lektüre zu empfehlen ist.
| |  | Dieses Buch ist so spannend, dass ich es binnen weniger Nächte bis tief in die Nacht gelesen habe und es tagsüber auf der Arbeit kaum erwarten konnte, endlich nach Hause zu kommen, um wieder lesen zu können. "Das andere Kind" bekommt von mir 5 Sterne, auch wenn ein Geheimnis am Ende doch nicht gelüftet wird (wie mir später erst bewusst wurde). Die einzelnen Charaktere, die Landschaft - alles wird so detailliert von Frau Link geschildert, dass man sich so richtig in die Geschichte hineinversetzt fühlt und mittendrin zu sein scheint. Ein großes Kompliment für 666 Seiten Spannung und Lesevergnügen!
| |  | Als alter "Link" Fan sage ich nur: Einfach genial!! Wie immer gelingt es der Autorin den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten. Bei dieser Lektüre kommt garantiert keine Langeweile auf.
Der Schauplatz: Ein abgelegenes Dorf in England. Ein schreckliches Geheimnis lastet über dem herunter gekommenen Hof, der von der jungen Gwen und ihrem Vater bewohnt wird. Zufällige Begegnungen, ein Mord und eine letzte Botschaft der Ermoderten. Die scheinbare Idylle wird von einer grausamen Wahrheit getrübt. Ein Geheimis, von dem nur noch wenige wissen...
Dem Leser bleibt bis zum spannungsgeladenen Finale nur eins: Weiterlesen.
| |  | Superspannend geschrieben mit absolut unvorhersehbarem Ende, wobei der Schluss des Buches doch sehr enttäuschend ist. Aber: klare Leseempfehlung meinerseits.
| |  | wer kann dieser Autorin noch das Wasser reichen? Was uns Charlotte Link da präsentiert, ist einfach Wahnsinn. Nachdem mir ihre letzten Romane, insbesondere "Das Echo der Schuld", weniger zugesagt haben ist ihr neuer Thriller einfach einmal wieder gnadenlos gut. Man sollte eine Warnung auf dem Buchrücken hinterlassen: Link - Lesen auf eigene Gefahr! Einmal angefangen, kommt der Leser nicht mehr los, flüssige Schreibweise, halbe Nächte durchlesend, bangend, hoffend, und immer ein unheimliches Gefühl latenter Gefahr, zerkaute Fingernägel.. Thematisch hochinteressant, als Auflösung ein überraschender Täter, welcher aber fast nebensächlich erscheint. Denn den Leser erschüttert wohl hauptsächlich das grausame Schicksal Nobodys, dies ist der eigentliche Höhepunkt des Romans. Und es erscheint mir auch so als würde die Autorin in ihren letzten Werken immer mehr belehrend, mit moralisch erhobenem Zeigefinger schreiben. Zumindest will sie eine Botschaft hinterlassen. Welche hier ganz klar lauten würde: Sieh nicht weg, wenn ein Mensch um dich in Not geraten ist! Verschließe deine Augen nicht vor dem Unglück und Schicksal anderer.
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